Garantiefonds der Deutschen Bank werden liquidiert – Millionen Lebensversicherungskunden sind betroffen und ratlos


Fondsvolumen über 5 Milliarden Euro – Garantiefonds DWS-Flex-Pension werden liquidiert
Die Deutsche Asset Management stellt einen Großteil ihrer DWS-Flex-Pension-Serie ein. Das habe die Fondstochter der Deutschen Bank ihren hauseigenen Beratern vor kurzem mitgeteilt. Insgesamt 17 Teilfonds des DWS Flex Pension SICAV würden im November liquidiert, gehe aus dem Schreiben hervor. Der Liquidationserlös solle mindestens dem jeweiligen Garantiewert entsprechen. Die DWS-Flex-Pension-Serie war eines der absatzstärksten Garantiefondskonzepte im deutschsprachigen Raum. Mit addiert mehr als fünf Milliarden Euro zählt sie zu den absolut größten Bestandsfonds in fondsgebundenen Lebensversicherungen in Österreich und Deutschland. Das Fondsvolumen aller 22 Fonds habe zuletzt bei rund 5,8 Milliarden Euro gelegen.

Niedrigzinsen und Garantien fressen die Rendite auf – Das Konzept ist tot
Hintergrund der Entscheidung sei ein „verändertes Kapitalmarktumfeld“, heiße es vonseiten der Deutschen AM. Aufgrund der historisch niedrigen Renditen am Anleihenmarkt wäre eine Umsetzung der Anlagepolitik nicht mehr „in vollem Umfang“ möglich gewesen. Die Fonds hätten also „keine realistische Chance auf eine positive Wertentwicklung“ mehr gehabt.
Konkret heiße es dazu: „Es besteht heute und in Zukunft praktisch keine Möglichkeit mehr, dass die Fonds ein Risikobudget und damit Investitionen in die Wertsteigerungskomponente aufbauen können. Die Fonds befinden sich im so genannten Cash Lock. Der Cash Lock hat aber keine negativen Auswirkungen auf die Absicherung der Garantiewerte der Fonds.“

Millionen Lebensversicherungsverträge sind betroffen – auch die betriebliche Altersversorgung bAV
Diese Fonds wurden millionfach in sogenannten Fondslebensversicherungen verwendet.
Betroffen sind Privat-, Riester- und Rürupverträge sowie Verträge der betrieblichen Altersversorgung, vor allem Direktversicherungen.

Mehr Risiko, höhere Kosten – und lückenhafte Informationen
Die Versicherungsunternehmen bieten den Kunden das Guthaben in Alternativfonds umzuschichten. Ansonsten wird automatisch in einen „möglichst gleichwertigen“ neuen Fonds umzuschichten. Verbraucherschützer warnen jedoch davor, dass das Anlagerisiko und die Kosten hierbei steigen können.
Viele Kunden, auch die Personalabteilungen der BAV-Firmenkunden, fühlen sich jedoch unzureichend informiert.

Diese Fonds werden liquidiert
Im Einzelnen seien die Teilfonds DWS Flex Pension 2016 bis 2023, DWS Flex Pension II 2019 bis 2025 und der DWS Flex Pension 2025 Sparplan von der Liquidation betroffen. Die Anteile könnten bis einschließlich 2. November beziehungsweise 4. Oktober (DWS Flex Pension 2025 Sparplan) zurückgegeben werden. Sollten die Anteilswerte der Teilfonds am Liquidationstag unterhalb der zuletzt festgeschriebenen Garantiewerte liegen, werde die Deutsche AM Einzahlungen aus Eigenmitteln vornehmen.

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Über den Autor

Oliver Mißlbeck
Dipl. Betriebswirt (FH)

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