Hohe Steuerzahlungen bei Pensionszusagen drohen – Auflösungsrisiko ganz einfach vermeiden

 

Pensionszusagen bzw. Pensionsrückstellungen entwickeln sich für die meisten Unternehmen immer  mehr zu einer Belastung. Die niedrigen Zinsen verschärfen diese Situation zunehmend.

Bekannte Probleme:
Starker Anstieg der Pensionsrückstellungen in der Handelsbilanz mit folgenden Konsequenzen: Ratingverschlechterung, Überschuldung, Gewinnausschüttungssperre.
Die Ausfinanzierung reicht nicht mehr aus. Die oft zur Rückdeckung verwendenten Lebensversicherungen bringen kaum noch Rendite. Tendenz weiter fallend.

Auflösungsrisiko im Todesfall:
Ein wei­te­res Problem, das je­doch nur sel­ten the­ma­ti­siert wird, ist das Auflösungsrisiko ei­ner Pensionsrückstellung. Vielen ist nicht be­kannt, dass beim Tod der be­gün­stig­ten Person die ver­blei­ben­de Rückstellung in der Bilanz mit so­fort Wirkung gewinner­hö­hend auf­zu­lö­sen ist.

Beispiel:
Bei ei­ner ty­pi­schen Pensionszusage in­kl. Hinterbliebenenversorgung, die ei­ne mo­nat­li­che Rente von 3.600 EUR vor­sieht, stei­gen die Rückstellungen bis zum 65. Lebensjahr auf 568.000 EUR an. Nach 15 Jahren, al­so im 80. Lebensjahr, be­trägt der Rückstellungswert im­mer noch 417.000 EUR. Im 25. Rentenjahr be­trägt die Rückstellung im­mer noch 271.000 EUR. Verstirbt die be­gün­stig­te Person mit 90 Jahren und gibt es kei­ne Witwe, die die Hinterbliebenenrente be­an­spru­chen könn­te, so muss in die­sem Jahr die ver­blei­ben­de Rückstellung ge­winner­hö­hend auf­ge­lö­st wer­den. Unterstellt man ei­nen Steuersatz von 30%, so ent­steht ei­ne zu­sätz­li­che Steuerlast von 81.300 EUR, die in der Regel so­fort be­gli­chen wer­den muss.

Erkenntnis:
Es ist nur eine Frage der Zeit ist, bis viele Unternehmen zahlen müssen.

Problemlösung:
Das Auflösungsrisiko kann sehr einfach beseitigt werden, indem die Pensionszusage bzw. Rückstellung auf eine pauschaldotierte Unterstützungskasse ausgelagert wird.
Meist  ist   eine   Auslagerung   ohne   Liquiditätsaufwand möglich. Bei optimaler Gestaltung erhöht sich dadurch sogar die Eigenkapitalquote des Unternehmens. Das Rating wird also besser.

Die Auslagerung auf mit Lebensversicherungen rückgedeckte Unterstützungskassen und Pensionsfonds kostet hingegen erhebliche Liquidität.
Zudem sind Nachschussrisiken bei unzureichender Renditeentwicklung der Lebensversicherungen vorprogrammiert.

Fazit:
Bevor übereilt und oftmals sinnlos auf Versicherungs-Unterstützungskassen und Versicherungs-Pensionsfonds ausgelagert wird, empfiehlt es sich, die Möglichkeit der kostengünstigen und nachhaltigen Auslagerung auf eine versicherungsfreie Unterstützungskasse zu prüfen.

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Über den Autor

Oliver Mißlbeck
Dipl. Betriebswirt (FH)

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